Wirtschaftsinformatik Drucken

Wirtschaftsinformatik ist als wissenschaftliche Disziplin zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik angesiedelt.
Wirtschaftsinformatiker arbeiten an der Schnittstelle zwischen den betrieblichen Exponenten und den Softwareentwicklern. Um diese Arbeit verrichten zu können, müssen Wirtschaftsinformatiker beide Gebiete gut kennen.

Im ersten Teil des Studiums geht es fachlich um die Grundlagen der Softwareentwicklung. Auch Wirtschaftsinformatiker/innen sollten in der Lage sein, Programme mit einer Programmiersprache herstellen zu können. Im zweiten Teil des Studiums sind Informationsmanagement, betriebliche Softwaresysteme, Systeme der Logistik bzw. ERP-Software und deren Integration die zentralen Themen.

Schwerpunkte

Wir beschäftigen uns im Studium mit den Kerngebieten der Betriebswirtschaft und Betriebsorganisation und den Möglichkeiten zur Umsetzung dieser Prozesse mit moderner Informatik. Mit den erarbeiteten Grundlagen im Informationsmanagement sollen auch Lösungen für individuelle Problemstellungen im Umfeld von betrieblicher Software und Applikationsintegration erarbeitet werden können. Weitere Themen sind logistische Systeme, Supply Chain Management und Enterprise Application Integration.

Unterrichtszeiten

Tagesunterricht: Montag bis Donnerstag, je 4 - 9 Lektionen pro Tag
Freitagunterricht: Fakultatives Praktikum, 4 Lektionen

3 - 4 Lektionen können an einem Wochenabend oder am Samstag-Vormittag angesetzt werden

Einsatzgebiet

Die Entwicklung in der Informatik bewegt sich hin zur interdisziplinären Problemlösung. Die Methoden und Werkzeuge, die dabei benutzt werden, unterliegen einer laufenden Verbesserung. Analyse und Entwurf gewinnen an Bedeutung, Programmierung und Codierung verlieren zunehmend an Gewicht. Der vermehrte Einsatz komplexer Standardsoftware verändert die Ausbildungsschwerpunkte. Die Stärken der Spezialisierung erlauben einen breiten Einsatz der Techniker/innen HF in vielen Bereichen der Wirtschaftsinformatik.

Das Studium richtet sich an Personen, die in einer Informatikumgebung Projekte planen und realisieren und Führungsaufgaben anstreben und diese kompetent wahrnehmen wollen. Mit diesem Studium können Sie sich einen wichtigen Meilenstein für Ihre berufliche Karriere legen.

  • Im Management speziell im Bereich der Informatik in Projekten und in der Linie, d.h. das Planen, Kontrollieren und Steuern von Vorhaben in diesem Bereich.
  • Analyse von Abläufen, Prozessen sowie Organisationen und Erarbeiten von Konzepten zu deren Verbesserung.
  • Mitarbeit in Informatik-Projekten zum Entwurf, zur Realisierung und zur Integration von Software.
  • Evaluieren, Einführen und Unterstützung der Fachabteilungen im Betrieb beim Einsatz von komplexen Softwarelösungen.
  • Beratung und Unterstützung der Unternehmensleitung bei der Strategie und bei der Umsetzung von modernen Informatikkonzepten.

Anforderungsprofil

Die Ausbildung in Informatik an der Höheren Fachschule für Technik richtet sich in erster Linie an Berufsleute, die die Mittel der Informatik in ihrem angestammten Berufsfeld einsetzen. Nebst einer soliden berufsbezogenen Ausbildung im vorgesehenen Einsatzbereich werden überdurchschnittliche Fähigkeiten für das Verständnis logischer Verknüpfungen, funktioneller Zusammenhänge und abstrakter Problemstellungen vorausgesetzt. Die Entwicklung in der Informatik, hin zur interdisziplinären Problemlösung, erfordert ausgesprochene Teamfähigkeit. Das Interesse an moderner Technologie oder gar die Faszination komplexer Computer-Spielerei genügen keineswegs um das Studium zu bewältigen! Es geht vielmehr darum, mit Ausdauer, Exaktheit in der Arbeitsmethode und Sinn für logische Abhängigkeiten, Kundenanforderungen umzusetzen.

Ist Wirtschaftsinformatik Männersache?

Die Tatsache, dass es eine weibliche "Technikdistanz" gibt, wurde in mehreren Untersuchungen empirisch belegt. Gerade deshalb sollten wir versuchen, dem Irrglauben entgegenzuwirken, dass Männer dafür besser geeignet sind. Ist das Interesse an der Materie vorhanden, haben Frauen die gleichen Chancen wie die Männer. In der Wirtschaftsinformatik ist die Sozialkompetenz sehr wichtig, da Wirtschaftsinformatiker/innen zwischen den Softwareentwicklern und den Betriebswirten tätig sind. Die Sozialkompetenzen sind bei Frauen häufig stärker ausgeprägt und dienen damit der Sache mehr als die typisch männliche Technik-Orientierung.